Dienstag, 11. September 2007

Um uns herum

Da wir natürlich nicht nur von unseren Ausflügen erzählen möchten, an dieser Stelle ein paar Worte dazu, wie es denn direkt um uns herum aussieht und was so geschieht.

Casa de los 12

Ja so wird es meistens genannt unser gemütliches zuhause. Manchmal aber auch ‘Casa Azul’, da es von einer blauen Mauer umgeben ist, oder ‘Casa de las Fiestas’, was sich von selbst versteht. Es befindet sich in San Pedro Garza García, der reichsten Stadt in ganz Mexiko. Doch in Los Sauces (unsere Colonia) spürt man nichts davon. Ich würde es hier eher als unteren Mittelstand in einer gemütlichen Nachbarschaft im mexikanischen Baustil beschreiben. Zudem wohnt hier die halbe internationale und mexikanische Austausch- studentschaft. So kennt jeder irgendwie jeden und jeder fühlt sich überall zuhause. Besonders die Franzosen und Französinnen, die sich typischerweise immer wieder in größeren Horden zusammenrotten. Und mit uns wohnen gleich vier davon.

oben: Ixchel [México], Eefje [Holanda], Joyce [Holanda], Marisol [México], Ingrid [Alemania], Emilie, Pauline, Clemence [Francia]
unten: Gilberto [México], Vincent [Holanda], Irvin [México], Thomas [Alemania], Thibaud [Francia]

Unser Zimmer befindet sich im zweiten Stock, neben dem Zimmer von Thibaud und Irvin. So haben wir die Terrasse mit dem wunderschönen Ausblick auf die Berge ringsherum so gut wie für uns alleine. Doch sind diese nicht so einfach zu erreichen wie es scheint und hier in der Riesenstadt ist man ohne Auto schon ein bisschen aufgeschmissen. Und mir persönlich fehlt einfach ein grünes Fleckchen in der Nähe an dem man sich von der turbulenten, lauten und stressigen Stadt erholen kann.

Morgendlicher Blick auf die Strasse von unserer Terrasse in:

Las Palmas # 715
Esquina Los Rayones
Col. Los Sauces
66237 San Pedro Garza García, Nuevo León
México

Casa de los 14 Cojones

Das Haus das man direkt nach dem Casa de los 12 kennen muss. Es befindet sich schräg gegenüber von uns und es wohnen dort sieben Jungs. Deshalb auch der Name. Casa de los 3 Terrazas war dann doch zu langweilig, obwohl die drei Terrassen wirklich ein ausschlaggebendes Merkmal des Hauses sind, vor allem die Riesenterrasse ganz oben, auf der auch schon einige Feste gefeiert worden sind.

Bei der Einweihungsparty sind dann sogar vier Polizeiwagen mit Käfig hinten drauf vorgefahren und haben die Party beendet. Aber nicht dass dann alle Leute einfach gehen konnten – nein! – wir mussten warten bis die Polizei weg war, da sie einen beim Verlassen des Hauses sonst einfach für ne Nacht mit in den Knast nehmen. Hier darf man weder auf der Strasse trinken noch betrunken nach hause laufen. Einer der sieben Jungs hatte in dieser Nacht das Vergnügen in der Ausnüchterungszelle, obwohl er nicht mal richtig betrunken war und der Polizei eigentlich nur mitteilen wollte, dass die Party beendet wird.

Andale, Andale

Der gute Laden direkt neben uns, geführt von der von uns so getauften Familie Andale, die sämtliche Gruß- und Verabschiedungsworte durch andale andale ersetzt. Dort erhält man so einiges was der Student so braucht. Zum Beispiel Bier oder Caguamón (1,4 Liter Bierflasche), oder tausende verschiedene Sorten von Minichips- oder Nachopackungen. Ich glaube die Mexikaner essen das Zeug noch mehr als die Engländer.

Los Picosos

Ein wirklich leckerer Tacoladen gleich um die Ecke. Schon einige Tacos haben wir dort verzehrt, da es wahrscheinlich billiger ist dort zu essen als selber zu kochen. Manchmal ist es aber einfach auch nicht möglich in unserer Küche noch zu kochen, da nicht alle Mitbewohner wissen wie man spült. Zum Glück haben wir Susi, die zwei mal in der Woche den Saustall wegräumt und das Haus putzt. Ein Hausmädchen zur Hilfe zu haben ist hier ganz normal. Generell essen die Mexikaner hier mehr außer Haus. Tacos, Enchiladas, Gorditos, Burritos und Elote gibt es auf jeden Fall an jeder Ecke. Oft sind die Essensstände auch ganz versteckt oder es wird im Haus gekocht und nur durch ein kleines Fenster verkauft.

Buntes Allerlei – toda de clase multicolor

Hier der aktuelle Lagebericht:

Seit wir bei den Grutas waren, haben wir keine größeren Aktionen mehr unternommen. Ach ja, da war doch was... Wieso ist Matacanes im Kalender durchgestrichen... und was ist Matacanes überhaupt? Also ganz langsam (tranquilowei!): Als wir schon gepackt und brav Butterbrote gestrichen und sehr deutsch in Alu-Folien eingewickelt hatten und auf dem Weg zum Matacanes waren hat es angefangen wie aus Eimern gefüllt mit Hurricanes zu schütten. Letztendlich konnten wir dann auf halber Strecke bei einem Tacco- und Süssigkeitenstand unterkommen um die Lage zu checken. An denselbigen hat sich der Tacco- und Süssigkeitenstandbesitzer auch ein ordentliches Zubrot verdient. Übrigens: Matacanes ist ein Fluß, der sich in einem Canyon von sehr hoch gelegenen Bergen hinunter ins Tal schlängelt. Demzufolge wollten wir zum Canyoning inklusive einer Nacht Anreise und Camping. Auf jeden Fall hatte es dann ‚bastante agua’ und später dann ‚demasiado agua’. Da weder an Canyoning noch an Campen bei diesem Wetter zu denken war, fiel der gesamte Trip ins Wasser. Wir haben nun noch eine Möglichkeit am Freitag in einer Woche. Da wir am Donnerstag aber für 5 Tage nach Guadalajara gehen (Ich hab mir die Zunge beim Schreiben fast verknotet!), muss Mensch natürlich vorab im Bilde sein.

Guadalajara: Dort gehen wir eine mexikanische Freundin von Ingrid, die in Konstanz studiert besuchen. Bericht und Bilder, wann es etwas zu berichten bzw. abzubilden gibt. Qué mas?!

Hier wohnt es sich nach wie vor sehr international. Spanisch, englisch, deutsch, französisch, niederländisch (politisch Korrekt) und griechisch (aber nur im Salat)...

Noch ein paar Bilder vom Pool und unserem Wasser-Volleyballfeld. Die Sportart in dieser Wassertiefe wird bestimmt sehr bald olympisch. Anbei auch noch Bilder von einem ‚buen amigo’ aus Deutschland mit seinem neuen ‚wireless notebook’. Dem Armen hat man bei einem Einbrauch von Laptop bis zu Handy alle elektrischen Geräte geklaut – pobre sito.

Weiter waren wir noch beim ‚paseo Santa Lucía’, einer künstlich angelegten Uferpromenade mit vielen Springbrunnen. Sehr romantisch etc. Danach noch zum Italiener. Keine andere Pizza mehr auf den Tisch, als eine von Angelo! Superrico!

Die anderen Bilder stammen von unserer Terasse, morgens halb 8, beim bewölkten Sonnenaufgang nach einer langen Nacht bei Uma. Naja, sah imposanter aus an diesem morgen, ab das mag eventuell auch an den bestimmt 2,5 Bieren liegen, die wir uns an diesem Abend gegönnt haben...


Noch ein Wort zum bunten Allerlei – leider entstanden in den letzten Tagen nur Bilder, die es in die Kategorie ‚picasa’ geschafft haben. Um die neutrale und qualifizierte Berichterstattung auf höchsten Niveau zu halten, werden diese deshalb nur per Link angeboten und zwar genau hier:

http://picasaweb.google.de/casadelosdoce


Nos vemos!

Saludo!

Dienstag, 4. September 2007

Grutas de García

Hier ist mal wieder alles tranquilo wey… An dem Samstag an dem wir dann schlussendlich zum Cola de Caballo gefahren sind, wollten wir eigentlich zu den Grutas de García fahren. Tapfer haben wir uns zu studentisch unmöglicher Zeit aus dem Bett gequält und sind in die Stadt zum Busbahnhof gefahren, um dort in den Bus zu den Tropfsteinhöhlen einzusteigen und erst mal zu warten. Der Bus hat nämlich keine bestimmte Zeit an dem er abfährt, er fährt eben wenn genügend Leute mitfahren wollen – oder wie in unserem Fall, nach einer Stunde Wartezeit, dann doch überhaupt nicht.

Nichtsdestotrotz, wir haben es dann am nächsten Tag zu den Grutas de García geschafft. Mit mexikanischer Gesellschaft, Auto und Roadtrip-Feeling sind wir losgefahren in die wirklich beeindruckende Landschaft zwischen den Bergen entlang der Busch-Kaktus-Steppe im halben Nirgendwo.

Mit einem kleinen Umweg nach Coahuila, dem Nachbarbundesstaat von Nuevo León, und wieder zurück, sind wir dann doch noch an dem kleinen touristischen Ort angekommen. Die Entscheidung ob mit der Gondel oder zu Fuß hinauf zum Eingang der Tropfsteinhöhle, fiel uns nicht wirklich schwer, da ein großer Teil unserer Energie mal wieder auf der Fiesta am Vorabend verbraucht worden ist:-) War aber wirklich komisch mit ner Gondel zu fahren bei 30 Grad und ohne Schnee… Und auch in den Höhlen war es nicht wirklich so kalt wie erwartet, doch dafür umso beeindruckender! Da kann die Bärenhöhle einpacken;-) Eine ganze Stunde lang sind wir durch die verschiedenen Orte in der Höhle geführt worden, vom Teatro bis zur Infierno. Wirklich schade dass man das Ausmaß der Räume und die Faszination der Stalagmiten und Stalaktiten mit der Kamera nicht einfangen konnte. Die Bilder gibt’s aber trotzdem bald auf

http://picasaweb.google.de/casadelosdoce.